Schmackhafte Rezepte für Deine Krankheit, mit oder ohne Schub!


Die nachfolgenden Empfehlungen basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und sind von DGKS Tobias Kasa, MSc. - erfahrener CED Pfleger aus dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien - bereitgestellt, um Dich im Umgang mit der richtigen Ernährung zu unterstützen.

Spricht man über chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) so rückt das Thema Ernährung unweigerlich in den Vordergrund.

Welche Nahrungsmittel verbessern etwaige Symptome? Kann während eines Schubs durch Ernährung Erleichterung erzielt werden? Gibt es Empfehlungen bei Komplikationen wie beispielsweise Stenosen? Es gibt keine allgemeingültige Antwort auf all diese Fragen. Um leistungsfähig zu bleiben und den Körper zu stärken, ist eine Vielzahl von Nährstoffen notwendig.


Denn speziell im Zusammenhang mit CED stehen folgende Grundsätze im Vordergrund:

  1. Krankheitsbedingte Mangelernährung verhindern oder bekämpfen, um so einen adäquaten Ernährungszustand zu gewährleisten.

  2. Symptome durch Intoleranz, Unverträglichkeit oder Allergie bestimmter Nahrungsmittel zu identifizieren und so zu verhindern.

  3. Die entzündliche Aktivität direkt vermindern.

Um dies auch umzusetzen, wird empfohlen auf eine ausreichende und ausgewogene Ernährung zu achten. Darunter versteht man eine geeignete Menge von Kohlenhydraten, Eiweiß, Fett, sowie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zusammen mit ausreichend Flüssigkeit in der täglichen Diät zu verwenden. Als Basis dazu sollte die Ernährungspyramide beachtet werden.

Die österreichische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt dazu eine tägliche Trinkmenge von 1,5 Litern anzustreben und Nahrungsmittel anhand nachstehender Mengen zu verzehren:

  • 5 Portionen Obst und Gemüse täglich

  • 4 Portionen Kohlenhydrate (Getreideprodukte, Kartoffel) täglich

  • 3 Portionen Milchprodukte täglich

  • 2-3 Portionen Fleisch wöchentlich

  • 1-2 Portionen Fisch wöchentlich

  • Max. 3 Eier wöchentlich

Wichtig ist, dass es bei einer CED grundsätzlich keine verbotenen Lebensmittel gibt. Vielmehr gilt es herauszufinden, welche Speisen und Zutaten jede Person selbst verträgt, oder welche gemieden werden sollen. Speziell bei großer Ungewissheit hinsichtlich der Verträglichkeit, kann auch zusätzlich mit einem Ernährungstagebuch gearbeitet werden. Ziel dabei ist es, genau festzuhalten, was gegessen wurde und ob danach Beschwerden aufgetreten sind. Dadurch soll herausgefunden werden, ob die entsprechenden Symptome auf einzelne Nahrungsmittel zurückzuführen sind, welche in weiterer Folge gemieden werden sollten.


Beachte bei den Rezepten bitte Folgendes:

In den Rezepten wurde aufgrund des hochwertigen Fettsäurenmusters Rapsöl als Kochfett verwendet. Natürlich kannst Du aber auch andere hochwertige Pflanzenöle verwenden.

Solltest Du bemerkt haben, dass Fett ein Auslöser für Symptome ist, kannst Du die in den Rezepturen angegebenen Milchprodukte und Käsesorten durch fettreduzierte Alternativen ersetzen. Ansonsten sind die Rezepte arm an versteckten Fetten.

Leidest Du an einer Laktoseintoleranz so ersetze Milch und Milchprodukte durch laktosearme Produkte.

Aufgrund der allgemein guten Bekömmlichkeit von Dinkelmehl wurde dieses bei den Rezepten verwendet. Natürlich kannst Du auch Weizenmehl verwenden.

Aufgrund der sehr häufigen Unverträglichkeit von Zwiebel und Knoblauch ist darauf bei den Rezepten großteils verzichtet worden. Solltest Du aber Zwiebel und Knoblauch gut vertragen, kannst Du diese den Rezepten hinzufügen (dies wird allerdings nur für Schubfreie Phasen empfohlen). Andernfalls kannst Du beim Kochen auch Knoblauchöl  oder als Zwiebelersatz das indische Gewürz namens „Asafoetida“ ausgewählten Speisen beifügen.

Nachfolgend findest Du Rezepte, die besonders während Phasen eines Schubes geeignet sind.

Die einzelnen Rezepte stammen von Mag. Ilse Weiß und enthalten viele Tipps für die praktische Umsetzung und sollen zeigen, dass trotz eventueller Einschränkungen durch Deine Erkrankung eine gesunde und ausgewogene Ernährung möglich ist.

Buchweizenblinis

Zutaten für 4 Portionen


1 TL Trockengerm

120ml lauwarme Milch

100g Buchweizenmehl

2 Eier, getrennt

30g zerlassene Butter

1 Prise Salz

2 EL Rapsöl


Zubereitung:

Den Germ in der Milch auflösen, mit etwas von dem angegebenen Mehl verrühren und als sogenanntes Dampfl gehen lassen. Dieses mit dem restlichen Mehl, den Dottern und der zerlassenen Butter vermischen. Eiklar mit Salz zu Schnee schlagen und den geschlagenen Schnee unter die Teigmasse ziehen. Teig 5 Minuten rasten lassen und anschließend in gefettete Muffinformen bei 200 Grad ca. 15 Minuten im Ofen backen.

Kartoffel-Selleriesuppe mit Räucherforellencrostini

Zutaten für 4 Portionen

Suppe:

600g mehlige Kartoffeln

300g Sellerie

2 EL Rapsöl

Ca. 1l Wasser

Gemüsesuppenwürfel nach Geschmack

1 Prise Salz

Crostini:

250-300g geräuchertes Forellenfilet

1 Becker Sauerrahm

1 EL gehackte Petersilie

Salz

8 Scheiben fein vermahlenes Brot z.B. Toastbrot


Zubereitung:

Geschältes und mit Wasser abgespültes Gemüse in Würfel schneiden und kurz im erhitzen Öl anschwitzen. Mit Wasser aufgießen, Gemüsebrühwürfel hinzufügen und kochen lassen.

In der Zwischenzeit die Räucherforelle mit zwei Gabeln auseinanderzupfen, Sauerrahm hinzufügen und mit Mixstab pürieren. Mit Salz abschmecken und Petersilie hinzufügen. Die Forellencreme auf dem Brot verteilen und im Rohr ca. 10 Min knusprig backen.

Die Suppe mit dem Mixstab pürieren, mit Salz und wenig Pfeffer abschmecken und mit den Forellen-Crostini servieren.

Ricottaknödel mit Basilikum und Tomatensauce

Zutaten für 4 Portionen Ricottaknödel

350g mehlige Kartoffel

150g Ricotta

60g Dinkelgrieß

2 Eier

1 Bund Basilikum

Tomatensauce

500g Tomatenpolpa (aus der Glasflasche oder Konserve)

Salz

1 Prise Zucker


Zubereitung:

Für die Knödel die Kartoffeln weich kochen, etwas ausdampfen lassen und durch die Kartoffelpresse drücken. Ricotta durch ein Sieb streichen und mit Grieß und Eier zu den Kartoffeln geben, die Masse salzen und gut verkneten. Basilikumblätter in feine Streifen schneiden und unter die Kartoffelmasse kneten, anschließend 10 Minuten rasten lassen. Für die Sauce Tomatenpolpa erwärmen und abschmecken.

Grieß auf die Arbeitsfläche streuen, die Knödelmasse halbieren, zwei Rollen formen, die in Stücke schneiden und kleine Knöderl daraus formen. In Salzwasser 12-15 Minuten ziehen lassen. Die Knöderl mit Sauce und Basilikumblätter anrichten.

Hühnerfilet in Balsamico-Sauce mit Grillgemüse

Zutaten für 4 Portionen

 

600g Hühnerfilet

Salz und Pfeffer

1 Zweig Rosmarin

2-3 Salbeiblätter

Grillgemüse:

300g Zucchini

200g Karotten

200g Fenchel

3 EL Olivenöl

Salz

Balsamicosauce:

100ml Balsamicoessig

1 EL Zucker

200ml Obers

(wahlweise 100ml Reisdrink ungesüßt)


Zubereitung:

Gemüse waschen, schneiden  und in einer Auflaufform verteilen, mit wenig Olivenöl beträufeln und ca. 15 Minuten bei 220 Grad im Backrohr grillen. Die Hühnerfilets salzen und  im restlichen erhitzen Öl auf beiden Seiten anbraten. Rosmarinzweig und Salbeiblätter dazugeben und kurz mitbraten. Danach die Hühnerfilets zugedeckt warm halten.

Für die Sauce den Essig mit Zucker in einer Pfanne erhitzen und einkochen lassen bis eine sirupartige Sauce entsteht. Obers bzw. Reismilch zur Balsamico-Reduktion in den Topf geben und ca. 10 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen. Anschließend die Hühnerfilets in die Sauce legen und weitere 10 Minuten ziehen lassen. Abschließend mit dem Gemüse servieren.

Pikanter Fleischstrudel

Zutaten für 2 Strudel:

1 Pkg. Strudelteig (4 Blätter)

400 g mageres Faschiertes (gemischt)

20 g Semmelbösel

1 Ei

4 Stück Gewürzgurkerl (in Scheiben geschnitten)

3 Tomaten (groß)

200 g Schinken (in Streifen geschnitten)

2 EL Petersilie (gehackt)

3 EL Öl

1 TL Oregano

Salz

Pfeffer

1 EL Rapsöl


Zubereitung:

Strudelblätter laut Verpackungsanleitung vorbereiten. Backrohr auf 190 Grad vorheizen. Faschiertes mit Semmelbrösel und Ei vermengen und mit Oregano, Petersilie, Salz und wenig  Pfeffer pikant würzen. Ein Strudelblatt mit Butter bestreichen, ein zweites darüber legen und beide gemeinsam auf ein Tuch legen. Die Hälfte der Fülle auf den Teig auftragen, dabei einen handbreiten Streifen Teig freilassen. Darüber Gewürzgurkerl, Tomaten und Schinkenstreifen legen. Seitenränder des Teiges einschlagen und mit Hilfe des Tuches einrollen. Ränder festdrücken. Mit dem restlichen Teig ebenso verfahren. Strudel mit der Nahtseite nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, mit etwas Öl bestreichen. Im vorgeheizten Rohr auf mittlerer Schiene etwa 30 Min. goldbraun backen.

AT-ABBV-190013-06022019

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